FIM + OMK Anstecknadeln

Der Eiserne Vorhang vor der Wende

Was viele vielleicht heute nicht mehr wissen aber:

Der Eiserne Vorhang hat damals dafür gesorgt dass Ost-West Kontakte nur bei Internationalen Motorsport Veranstaltungen zustande kommen konnten. Bei den Int. Europameisterschaften im Osten, Tschechei und Polen waren naturgemäß immer sehr viele DDR Motorsport begeisterte als Zuschauer und Fans anwesend. Da wurden dann auch am Rande der Sonderprüfungen und im Fahrerlager der eine oder andere Ost-West Kontakt geknüpft. Ich habe damals 1977 den Edda Klimek und Gernot Weser kenngelernt. Der Edda hat mich damals gebeten für seine Kreidler Rennzylinder und Zündungen zu besorgen. Was ich natürlich gern gemacht habe, im Gegenzug besorgte er uns immer Krim Sekt ( Russki Schampus) für unsere Devisen umtausch Geschäfte. Den Pflichtumtausch von 20 DM pro Tag konnten wir damals nur schlecht in Ware oder Essen umsetzen, dafür waren die Preise hier einfach zu billig. Aber der Krim Sekt war eine sehr gute Währung 6.-DM die Flasche wenn man sie denn überhaupt bekam, denn in den Kaufhäusern waren da überall nur kleine Mengen zu bekommen. Weshalb ich den Edda immer schon Wochen vorher tel. informierte, wann und wo wir uns wieder während  der   Europameisterschaft in der Tschechei treffen würden, und er möchte doch bitte alles was zu bekommen wäre einkaufen. Und der Edda war sehr fleißig und hat Wochenlang jede verfügbare Flasche eingekauft und gebunkert. Der Höhepunkt der Krim Sekt Lieferung war  1980 in Valaske Mezerici. Edda war schon wieder Wochenlang im ganzen Land Unterwegs um Krim Sekt zu horten. Nur am Rande erwähnt zu gleichen Zeitraum wurde in der Tschechei die Eishockey WM ausgetragen. Da war der Krim Sekt natürlich auch ein  sehr gefragtes Gut. Die Fans haben sich nur gewundert dass es in vielen Kaufhäusern fast keine Flasche Krim Sekt mehr gab, der hatte nämlich schon den Weg nach Moravani gefunden. Als wir in der Vorwoche in Valaske Mezerici eintrafen ( ich fuhr damals bei ZÜNDAPP die 100ccm) hat Edda schon auf uns gewartet und mir berichtet dass er alles was zu kriegen war eingekauft hatte? Aber Problem, sein Auto wäre zu klein alles zu transportieren, also müssten wir am Donnerstag Abend die 90 km nach Moravani fahren um die Kisten ab zu holen. Gesagt getan Der Richard Pinzenscham( Mechaniker vom ZÜNDAPP TEAM und ich sind mit dem Werks VW Bus LT 28 mit Edda nach Moravai gefahren. Edda hat sein Tor aufgemacht und da standen 42 KISTEN a 12 Flaschen Krim Sekt in der Garage! Der LT 28 war bis auf die Dachkante voll. Der Richard wurde immer blasser und meinte "Arnulf wenn die uns erwischen sperren Sie uns ein so das wir nie wieder raus kommen". Ich konnte Ihn aber beruhigen denn ein weiterer Freund aus der Tschechei Peter Häusler deutscher Abstammung hat auch immer mit mir Geschäfte gemacht. Er hat uns immer die Pflicht Kronen  1-10  gegen harte Währung umgetauscht. Und Er hatte komischerweise immer einen sehr guten Draht zum Örtlichen Geheimdienst. Als wir wieder im Fahrerlager Nachts ankamen hat der Peter mit Hilfe des Obersten Polizeichefs die Bewachung von unserem Krim Sekt, gelagert in meinem WOMO Vorzelt organisiert. Manche meinten zwar ich würde von den 2 Kalaschnikov bewehrten Soldaten vor der Ausreise bewacht, aber dem war nicht so. Alle Deutschen EM Teilnehmer auch die ZÜNDAPP Schefin Frau Dr. Mann bekamen ihre bestellte Ware ab. Das war so Geil. Ich weiß nicht wie die alle den Sekt über die Grenze bekamen, hab nur hinterher mitbekommen dass der Erich Messner am Zoll ca. 1200.-DM für seine 12 Kisten ZÜNDAPP Krim sekt hat abdrücken  müssen. Das hätte er auch billiger in München kaufen können. Ja ich muss sagen wir haben während der Europameisterschaftsläufen einiges erlebt. War ne sehr schöne Zeit.

Mit dem Gernot Weser hat sich dann auch eine bis heute gültige Freundschaft entwickelt. Er war 1977 auch in Kosice (Polen) um Kontakte auf zu nehmen. Leider ist er vor einigen Jahren überraschend verstorben. Sein Sohn Ronald fuhr damals auch MotoCross wie mein Junior Jörg. Gernot war sehr an West Technik Interressiert er wurde in der DDR 9 Facher DDR Strassenmeister auf seiner Kreidler 50ccm. Auch da mussten unsere Konjektions herhalten um West Technik in den Sozialismus zu schaffen. Gernot bekam von mir auch die neuesten Kreidler Rennzylinder, Kolben und Vergaser. Aber den Besten Deal welchen wir alle Jahre um die Weihnachtszeit machten, war der Versandt von gebrauchten YAMAHA Moto Cross Mopeds per Weihnachts Packet zu 15 kg. 6 Wochen vor dem Jahreswechsel haben wir dann meist die gebrauchten YAMAHAS YZ vom Jörg in Ihre Bestandteile zerlegt und in 10-15kg Kisten in den Osten verschickt. Der zu schwere  Rahmen wurde dann im Rahmen von Verwandten Besuch mit Visum im Osten abgeliefert. Bei  den wunderbaren Nächtelangen Benzingesprächen in Gernots Privat Museum bei gleichzeitiger Aufnahme von guten Alkoholhaltigen Flüssigkeiten wurden dann alte Geschichten erzählt. Und das Beste war, dass das Katholische Weihwasseramt von Ost Berlin  die Mopeds in Westwährung bezahlt hat. Denn Schlossermeister Weser musste sehr viele Schmiedeeisernen Geländer dahin liefern!!

Geländesport früher und heute

Wie alles begann.

Eigentlich wollte ich ja gar nicht Dreckschmeisser werden, denn Strassen und Bergrennen gefielen mir eh besser, viel sauberer ohne Schlamm, Dreck und Spurrillen. Aber erstens kommt es doch immer wieder anders als man denkt und wenn der Erfolg da ist machts auch Plötzlich mehr Spass. Ich fuhr seit 1970 viele  Berg und Rundstrecken Rennen mit meiner alten YAMAHA YDS3 250ccm und einer 50er Kreidler relativ Erfolgreich und mit wenigen finanziellen Mitteln. Aber davon mehr im Strassenblock.

Zum Geländesport bin ich eigentlich mehr durch Zufall gekommen. 1970 konnte mein Freund K.H.Kittler in Dachsbach wegen einem Schlüsselbeinbruch nicht starten und somit wurde ich einfach als Ersatzfahrer eingesetzt.

Ich hatte damals auch noch keine anständige Geländebekleidung aber irgendwie haben mich Kittler und Freunde halbwegs mit Stiefeln usw. ausgestattet. Vom Geländesport und Reglement hatte ich Null Ahnung aber man würde mich schon einweisen, ich soll mal nicht so ängstlich sein und einfach so schnell wie Möglich den Pfeilen nachfahren. Hab ich auch getan und in Dachsbach jedes Schlammloch in Höhe,Breite und Tiefe vermessen. Weiter hat man mir mitgeteilt dass,wenn im Wald ein weißes Schild mit einem großen A drauf auftaucht, ich besonders schnell fahren sollte weil das ist dann die Sonderprüfung??? Und beim großen E könnte ich dann wieder normal schnell fahren. Gottseidank waren die Zeiten damals ziemlich knapp das Gelände wegen Spurillen und Schlammlöchern auch ziemlich schwer, sodass ich wenig Zeit  zum Nachdenken über den Sinn und Zweck des Geländesports bekam. Ausserdem verlangte die Maico mit 125er Löwer Sachs Motor auch ständiger mechanischer Nachrüstung wegen lockerer Speichen und abgerissener Ritzelschrauben. Kurz und nicht Gut, ich war in der letzten Runde kurz vor dem Ziel so fertig dass ich wegen Muskelkrämpfen nicht mehr weiterfahren konnte.Meine linke Hand wollte die gezogene Kupplung nicht mehr loslassen und die Rechte Hand  die Bremse, so Stand ich 3km vor dem Ziel im Wald und nix ging mehr weiter. Erst mit Hilfe meines Clubkameraden Hans Lippl welcher meine Hände vom Lenker löste und mittels Massage wieder gängig machte, konnte ich die paar km bis ins Ziel schaffen. Ich hab damals geschworen nie,nie, nie werde ich jemals wieder Gelände fahren.

Dumm war nur dass ich damals auch gleich als Neuling den 5.Platz und eine Goldene  gewonnen hatte. Meine Clubfreunde wollten mich daraufhin Permanent zum Dreckschmeissen überreden. Hab mich dann auch noch 4 Jahre lang dagegen gewehrt aber weil der Int. Strassenrennsport meine Finanz. Mittel deutlich überstieg bin ich letztlich dann doch noch bei den Stoppelhopsern gelandet.

Montecambione 2018

TROPHEE der Nationen 2018

Trophee des Nations zu Ehren des Il Capitano Augusto Taiocchi.

Ein Vintage Enduro Event der besonderen Art wie es nur die Italiener aufziehen können. Claudio Terruzzi ein nicht ganz armer Enduro Fan und begeisterter Motorradfahrer und Dakar Finisher hatte eine Idee wie er sagte. Einmal noch die große Familie der ehemaligen Enduro Helden zu Ehren des vor einigen Jahren verstorbenen Augusto Taiocchi zusammen zu bringen und Gemeinsam

auf den alten Pfaden des Geländesportes ein High lite zu erleben.

Und das ist ihm und seiner ganzen Familie den vielen Helfern und Sponsoren 1 A gelungen.

Da wurden ehemalige erbitterte Konkurrenten zu den Besten Freunden, da wurden die alten Geschichten wieder aufgewärmt und erzählt. „ Weißt du noch wie wir damals in Schweden Fabrik Neue Tanks in den Wäldern gefunden haben?“ Ja klar ich hab in Wales 83 mal einen Nagelneuen Motor im dichten Gebüsch gefunden und der hat auch noch genau in mein Moped gepasst und die Geheime Plombier Farbe hat auch noch gestimmt.“ Jungfrauen zersägen nannte man das damals.

Das und vieles mehr wurde am Gala Abend im Zelt erzählt. Einfach schön

Eingeladen wurden von Claudio nur ehemalige Sixdays Fahrer welche wenigstens einmal in den Jahren 1960 bis max 1986 Mitglied in einer Nationalmannschaft, Trophy oder Vase ihres Landes waren. Somit war der Altersdurchschnitt von 53 bis 80 schon mal fest gelegt.

Aber dass sich spontan so viele Fahrer aus 15 Ländern innerhalb kurzer Zeit bei Terruzzi angemeldet hatten, das hat selbst den Claudio umgehauen. Canada, Australien, USA, CSSR, Polen, Niederlande sogar der Japaner Nishiyama wollten unbedingt dabei sein.

103 Heros von den Ursprünglich 119 gemeldeten Fahrern incl. Zweier Damen Mannschaften aus Italien und Deutschland standen letztendlich am 29.4.18 am Start. Einmalig, mehr fällt mir dazu nicht ein , so ein Super Event wird’s wahrscheinlich nie mehr geben.

 

Es herrschte eine unglaubliche Stimmung wie bei einer Enduro WM in den 70er Jahren nur mit mehr freundlichen und entspannten EX Welt+Europa und Landesmeistern. Ich habs mal überschlagen, es dürften weit mehr als 900 Meistertitel zusammen gekommen sein.

Die Enduro Strecke bestand aus einer abgeschwächten ehemaligen Europameisterschaftsstrecke mit

schönen durchwachsenen Steinklamotten Abfahrten und einigen kurzen deftigen Auffahrten, eigentlich für jeden zu schaffen und wer hängen blieb dem wurde geholfen entweder durch Streckenposten oder durch die nachfolgenden Konkurrenten. Jeder half da jedem. Am Skihang von Montecambione so ca. 1200 Meter hoch gab es eine Sonderprüfung an einem wunderbar griffigen Wiesen Schräghang unterhalb der Liftanlage. Werksboden also vom feinsten, total Übersichtlich für die zahlreichen Zuschauer. Mit einem Italienischen Streckensprecher welcher die Zuschauer und Aktiven egal welcher Nation schon am Start so anfeuerte als wärs der letzte Tag ich dachte jedes mal, jetzt kommt gleich der Herzkasper.

3 Runden a. ca. 20km incl. 3mal Sonderprüfung durften wir fahren. Für die Meisten kein Problem aber einigen schon lang pausierenden wurden die Arme ganz schön dick. Es wäre zu viel alle anwesenden Legenden einzeln aufzuzählen aber einige wenige haben es verdient erwähnt zu werden wie der 15 Fache Dakar Sieger Peterhansel , Allensandro Gritti, Brissoni, Eddy Hau, Danny Laporte, H.Sturm, Uwe Weber, A.Cyfka, Heinz Brinkmann welcher als einziger Deutscher 1967 mit einer 75er HERCULES die berühmt berüchtigte Valli Bergamaschce

als Gesamtsieger gewonnen hatte,und,und und. Als Zuschauer eingeladen und anwesend Klaus Bernd Kreutz , Masita, Cunderlik CSSR , Herbert Scheck welcher seine Tochter Patricia in der Damenklasse begleitet hat. Und als Höhenpunkt steht ein gewisser Giacomo Agostini Mister Ago Nationale angereist auf seiner MV Augusta an der Zeitkontrolle und klopft einigen Fahrern auf die Schulter, wer da nicht extra Magura gibt ( Vollgas) hat keine Renngene oder?

Und damit solche Legenden nicht vergessen werden hat sich Claudio Terruzzi zusammen mit seinem Organisator Marcello Grigorov die Mühe gemacht und viel eigenes Geld in die Hände genommen um diese einmalige Veranstaltung ins Leben zu rufen und auch mit Hilfe einiger Sponsoren durch zu ziehen. Das gesamte Skihotel mit 500 Betten war für Fahrer, Organisation und Betreuer Reserviert übrigens für alle kostenfrei, darüber hinaus bekam jeder Teilnehmer einen Fiberglas Jethelm von Airoh natürlich in Nationalfarben angepasst ebenso passende Trikots einige ausgeloste Fahrer bekamen auch noch neue Motocross Stiefel von alpinestars.

Den begeisterten Zuschauern und Autogrammjägern wurde jedenfalls einiges geboten. Vor dem Hotel trug der bekannte Trialfahrer Toni Bou 2mal seine Trial Kunststückchen vor.

Im Party Zelt vor dem Parc Ferme gabs Italienische Küche mit Bier und Vino Rosso bis zum abwinken. Da hat sogar die ganze Familie Terruzzi mitgewirkt.

Ja und gefahren wurde natürlich auch. Ein Filmteam fragte mich vor dem Start „ Frage“ ist das hier nur Show oder Racing?“ Was für eine Frage? Natürlich Racing wer das nicht intus hat hat die Show nicht verstanden. Da haben alle am Kabel gezogen als wärs nochmal eine Weltmeisterschaft. Ich bin zwar bekannt als nicht Pokalgeil aber den Edelstahl Deckel wollte ich unbedingt mit Nachhause nehmen. Der 1.Platz in der 100er Klasse lief runter wie Öl ,die Italiener auf Heimischen Boden zu schlagen wird für mich unvergesslich bleiben. zumal ich in der letzten Runde gerade noch an einem Ausfall vorbeigeschrammt bin. Mir ist in der Steinklammoten Abfahrt die Antriebsritzel Mutter locker geworden, Gottseidank hab ich sie nicht verloren. Mittels Schraubenzieher und einem Kindskopfgroßen Granitstein hab ich sie wieder fest geklopft. Puuhh hatte kurzfristig etwa 218 Puls. Meine Sonderprüfungszeiten hätten auch zum Klassensieg in der 175er und 4Taktklasse gereicht. Unsere MZ Ost Mannschaft mit Sturm, Weber, Cyffka und Simson Fahrer Jens Talmann gaben auch ihr Bestes. Harald musste zwar ein paar Bodenproben nehmen aber Uwe Weber hats auf das Podest geschafft. 3. Platz in der starken 250er Klasse. Aber auch unsere Mädels schlugen sich tapfer, Jutta Kleinschmidt ist leider in der letzten Runde der Gaszug gerissen aber bis dahin hat sie die Wankel ganz schön fliegen lassen. Gewonnen hat Andrea Meier mit der 175er YAMAHA . Ihr Mann Stephane Peterhansel hatte leider techn. Probleme.

Für unsere Karin Schnurr war es die erste Internationale Valli sie hat sich mit Ihrem SUZUKI Motocross Getriebe aber auch gut durchgekämpft. Und den Klassensieg bei den Dicken 4Taktern holte sich Altmeister Eddy Hau auf einer originalen XT550 Replica. Unsere A Mannschaft bestand übrigens kpl. Aus der Sixdays Vasemannschaft von England 1983 mit Joachim Sauer, Bernhard Brinkmann Eddy Hau und Arnulf Teuchert. Dass wir mit der Mannschaft den 3.Platz geschafft haben nur 2sec vor unseren MZ Ostfreunden hat uns natürlich sehr gefallen.

Mit drei Klassensiegern sowie weiteren guten Top Platzierungen und nur 2 Ausfällen haben wir uns eigentlich ganz gut geschlagen.

Aber eigentlich waren die einzelnen Ergebnisse Total unwichtig denn jede Mannschaft und jeder Teilnehmer wurde bei der Siegerehrung aufs Podium geholt und geehrt und vom zahlreichen Publikum begeistert beklatscht. Gestandene Mannsbilder haben da oben geweint vor Ehrfurcht und ich müsste lügen wenn ich nicht zugeben würde dass ich auch etwas weiche Kniee bekam.

Einfach Geil!!!

Grande Emozione, Grande Organsisatione, Grande Motor Sportivo.

Mille Grazie

Claudio Terruzzi und Familia

 

 

PS:

Da könnte sich auch unser großer DMSB aber mal eine Große Scheibe abschneiden. Alle Ausländischen Fahrer bekamen vom Veranstalter eine kostenlose Italienische Tageslizenz, natürlich gegen eine vorherige Medizinische Untersuchung ausgehändigt. Nur wir Deutsche Fahrer mussten dafür beim DMSB eine kleine Gebühr von 50.-€ für eine Freigabeerklärung in Frankfurt in Bar abliefern? Eine Überweisung per Online Banking ging im Zeitalter der PC Technik leider nicht. Einen Tag vor der Veranstaltung kam, wenigsten per Post eine Zahlungsbestätigung.

Keine andere Nation hat von Ihren alten Legenden Geld für die von der FIM vorgeschriebene Freigabeerklärung verlangt? Noch Fragen?

 

Mein Montecambione:

Trophee des Nations zu Ehren des Il Capitano Augusto Taiocchi.

Leider wird es so ein Event nie mehr geben, denn das war etwas einmalig schönes und kam nur durch das Außergewöhnliche Engagement von Claudio Terruzi
zustande. Er sagte mir "A had a Dream" Er wollte zu Ehren seines und unseres Sportfreundes Augusto Taiocchi welcher vor einigen Jahren an Krebs verstorben war,
die große Familie der Enduroisten noch einmal zusammen bringen. An einem Geschichtsträchtigen Ort in den Bergamaschker Alpen. Und das ist Ihm und seinen vielen Helfern sowie den aufgesprungenen Sponsoren gelungen wie keinem anderen.
Sogar seine ganze Familie hat daran mitgewirkt.
Als wir im September 2017 die erste Info über dieses Event bekamen waren bereits nach 2 Wochen über 100 Anmeldungen aus aller Welt eingetroffen und nicht weil Claudio "alles" bezahlt sondern weil jeder wusste "da muss ich dabei sein" Ein Int. Treffen von 120 Legenden mit zusammengerechnet gut 900 Meistertiteln, wahrscheinlich noch mehr, wird es schon wegen des Alters div. Teilnehmer so nicht mehr geben. Es lag eine Beisterung aller Anwesenden Fahrer, Betreuer, Helfer und Zuschauer in der Luft wie ich sie in meiner ganzen Sportler Laufbahn noch nicht erlebt habe. Wenn sich überall die einst mal härtesten Konkurrenten in die Arme fallen und zu guten Freunden werden, wenn gestandene Mannsbilder auf dem Podium weinen vor Freude dann ist "Montecambione il Onore August Taiocchi" Wenn man dann auch noch die vielen liebevoll restaurierten Enduro Schätzchen dieser Legenden bewundern konnte dann ist " MONTECAMBIONE" Anders kann ich diese Unglaubliche Stimmung einfach nicht beschreiben. Es haben mich viele da gefragt ob man so etwas auch in Deutschland machen könnte? Leider nein, denn dazu brauchts
1. Einen Geschichtsträchtigen Veranstaltungsort ( da fällt mir nur Zschopau ein)
2. Eine Persönlichkeit wie Claudio Terruzzi welcher die Industrie die Behörden und die Sporthoheit unter einen Hut bringt.
3. Jemand der die ganze Soße vorfinanziert und unter Umständen auch bezahlt. Denn nur mit Nenngeldern geht das nicht.
4. Bleibt also selbst eine Gute Kopie von etwas Außergewöhnlichem eben nur eine schlechte Kopie.

Deshalb behalten wir dagewesenen die "Montecambione" als etwas absolut einmaliges in Erinnerung und lassen lassen alle daheimgebliebenen an unseren Bildern Teilhaben.
Grande "Montecambione" Mille Grazia Claudio Terruzzi
Arnulf Teuchert

https://www.youtube.com/watch?v=rR_2aB0bKgQ

https://www.youtube.com/watch?v=gZxbYSKxQiA&feature=share&fbclid=IwAR2IBMwiMre6MuOmFrFhDgkr0tQY-ZQ6DCoI-I8W0S7y2bBgVtC-_yyhKFQ

Meine 100er Werks HERCULES mit Wieditz Motor ist wieder aufgetaucht!!!!

Sie gehört mir zwar nicht aber ich ich durfte sie in Isny 2013 schon mal einfahren
Mit der 100er bin ich 1977 die Europameisterschaft und die DM gefahren unter anderem meine erste Valli Bergasche in Bergamo. Das war die Härte damals, Wannsinnig viele Zuschauer auf der Strecke und in den Sonderprüfungen. Oskar Italia mitten drin, hat uns mittels Playmate Poster immer versucht aus der Spur zu locken.  Und so knappe Zeiten dass ich die am ersten Tag nicht geschafft hatte obwohl wir ( Heino Büse, Wagner Hans und Ich ) 2 Tage lang die Etappe trainiert hatten. Erst nachdem wir uns am 2.Tag Italienische Hemden und Helme angezogen hatten konnte ich die knappen Zeit schaffen, weil uns die Tifosi als Ihresgleichen erkannten, konnten wir auch die Abschneider finden und fahren. Trotzdem war die Veranstaltung für mich als Neuer fast eine Nr. zu groß. Ich wollte schon nach dem ersten Tag meinen Werksvertrag zurückgeben weil ich dachte das ich den Anforderungen nicht gewachsen bin. Aber unser TEAMCHEF Herrmann Popp meinte nur in seiner trockenen Schweinfurter Art " Ne ne Herr Teuchert des ist schon o.K. Sie sind ja noch in Wertung und nicht mal letzter" Klar von 485 Startern am Samstag Morgen waren tatsächlich nur noch 85 in Wertung, der Rest meist wegen Zeitüberschreitung adW. Von den Auf und Abfahrten träum ich heute noch. Aber das hatte auch was Gutes, denn seither hatte ich keinen Bammel mehr vor knappen Zeiten denn ich wusste ab sofort, wenn ich  regulär die Fahrzeiten nicht schaffe, dann die anderen auch nicht.
War eine schöne Zeit damals im SACHS Werksteam. Mit Heino Büse, Hans Wagner, Lorenz Kirchenbauer und den Italienern Bettoni, Andreini, Foresti, Gualdi, Taijochi und Marinoni.
An dem Wochenende wurden uns aus dem Betreuer LKW an der Sonderprüfung bei Clusone innerhalb einer halben Std. alle Titan Schrauben und einige Motoren durch die aufgebrochene Dachlucke gestohlen. ( Wert damals glaube ich so um die 70000.-DM).
Die MZ WERKS Fahrer hats noch schlimmer erwischt denen sind aus dem Betreuer PKW alle Ausweise und Devisen geklaut worden. Das war dann nicht ganz so schön. Mir haben sie im Fahrerlager beim Maserini vor meinen Augen nur den heißen Grill geklaut. Ich war so Perplex dass ich den Dieb nicht mal verfolgen konnte. 1 Minute später fuhr der Schlingel auch noch mit seinem 500er Fiat Cabrio und mit meinem rauchenden Grill ganz frech an mir vorbei.

 

  • Vali Bergamasche 1977

  • EM in Frankreich

High Chaparral Västernstaden

Meine unglaublichen Sixdays von Schweden 1978.

Nachdem sich HERCULES/SACHS 1977 mit einem riesigen finanziellen Aufwand im Enduro Sport bei DM ,EM und Sixdays beteiligt hatte, man sprach von über 5.5 Millionen DM Budget. Im Frühjahr 1978 wurde  kurzfristig in Schweinfurt entschieden aus Kostengründen während der Europameisterschaft nur unsere Italienischen Werksfahrer unter der Regie des Importeurs Masserini ein zu setzen. Das hatte bei uns Fahrern Büse,Wagner, Teuchert, Kirchbaur natürlich zu sehr starken Irritationen geführt. Hatten wir doch alle einen sehr gut dotierten Vertrag für die beiden Meisterschaften DM + EM und Sixdays. Es gab damals einige sehr intensive Gespräche mit der Geschäftsleitung Herrn Pöppinghaus in Schweinfurt mit dem Ergebnis dass wir Deutsche Vertragsfahrer 1978 nur noch die Deutsche Meisterschaft und die Sechs Tage Fahrt in Schweden fahren durften. Ich für meinen Teil war damit überhaupt nicht einverstanden und habe alles versucht doch noch starten zu dürfen auch als Privat Fahrer mit Werksmaterial. Aber leider hab ich den Pöppinghaus nicht umstimmen können aber laut Finanzcheck bin ich, und nicht Gino Perego Europameister geworden. Ich kann mich heute noch gut an das Gespräch erinnern. Wie gesagt auf dem Papier hab ich laut Preisgeld den EM Titel von SACHS gewonnen. Aber das nur am Rande und hat erst mal direkt nix mit den Sixdays in Schweden zu tun . Hat sich aber ab dem 4. Tag dann doch raus gestellt dass da noch was war. Aber der Reihe nach, durch den Rückzug von HERCULES/SACHS wurden wir von der OMK natürlich nicht als Fahrer für Trophy und Vase berücksichtigt. HERCULES stellte uns, Büse,Wagner und mich nur als Fabrik Team auf. Unsere Italienischen Mannschaftskameraden wie Perego, Taiochi, Andreiini, Gualdi. Marinoni und Bettoni waren alle in den Italenischen National Mannschaften vetreten. Damit hatten wir natürlich einen ziemlich dicken Hals mit dem Motto „denen zeigen wir es aber nun richtig wo der Bartel den Most holt“. Bei mir ist das mit dem  Most holen gleich am ersten Tag bei der Startprüfung gründlich schiefgegangen, meine 50er SACHS sprang zwar auf den ersten Tritt an, ging aber beim Gas geben sofort wieder aus. Ich hab einfach vergessen nach Schmiders Art die Schwimmerkammer durch umkippen zu entleeren. Schei...e dachte ich, Kerze abgesoffen, der Wechsel dauerte zu lange also vor dem ersten Meter schon mal 50 Straf Sekunden geschnappt. Das geht ja gut los denke ich aber 6 Tage sind lang und 50 Sekunden müssten doch auf zu holen sein oder? Die Sandigen Sonderprüfungen in Schweden haben mir getaugt und ich konnte gleich am ersten Tag gute Zeiten fahren, schließlich war ich ja auf dem Papier EM Meister. Perego, Signorelli und die anderen 50er Fahrer hab ich im Griff gehabt. Also alles Prima, läuft doch, dachte ich zumindest bis zur 2. Runde des 1.Tages. Da fing mein Vorderrad plötzlich so komisch an zu eiern und der Reifen streifte mal rechts mal links am Gabelholm an. Was ist das denn? Radlager kaputt ? Die waren doch alle neu gemacht? Wäre ja auch kein Problem wenn da einer nicht vergessen hätte die Distanzbüchse zwischen den Lagern wieder mit ein zu bauen? So wurden die Lager beim anziehen der Vorderachse automatisch dem natürlichen Zerfall unterzogen. Statt Kette zu schmieren hab ich dann den Rest vom ersten Tag mein Vorderrad geschmiert um wenigstens ins Ziel zu kommen. Weil reparieren durfte man damals nur mit den Mitteln und Werkzeug welches man dabei hatte. Und wer hatte schon Radlager und Distanzhülse dabei? Statt Reifen zu wechseln hab ich dann in der Ziel ZK erst mal mein Vorderrad zerlegt um den Schaden fest zu stellen um dann am Morgen des 2. Tages die neuen Lager mit Büchse montieren zu können. Hat alles geklappt und ich konnte wieder beruhigt auf Zeiten jagt gehen. Am 2. Tag hatte ich nun schon fast 40 Sekunden von meiner Strafzeit wieder rein gefahren. Läuft... gut dachte ich. Hab mich aber gewundert warum ich ab dem 2.Tag immer einen Schwedischen Marschall als Verfolger hinter mir hatte. Am Anfang dachte ich immer super Service der will kontrollieren ob die Schwedischen DK Posten rechtzeitig zum stempeln aus ihren Wohnwägen raus kamen weil die wahrscheinlich von dem Sonnefelder Import Kirschwasser ( davon später) zuviel intus hatten. Ich musste als erster Fahrer nämlich ab der 2 Runde Permanent die Brüder wecken weil das Klare Zwetschgenwasser die Freunde zum schlafen verleitet hatte. Das kostete mich immer viel Wartezeit bis die Ihre Zwickzangen wieder einsetzen konnten. Erst zum Schluß hab ich dann erfahren dass dieser Service exlusiv nur mir galt weil meine Italienischen Freunde dem Veranstalter gesteckt hatten ich hätte wegen meinem Radlager Problem mein Motorrad schnell getauscht und nun sollte der Streckenmarschall das zurücktauschen beobachten und verhindern. In Wirklichkeit wollten die nur von Ihren eigenen Tankdichtungs Problemen ablenken. Also ich hatte mächtig Spass mit meinen beiden Schatten, es waren nämlich 2 Marschalls auf 400er Military Husyqys welche mich 5 Tage lang abwechselnd Pro halbe Runde beschattet mussten. Jedes mal wenn ich mal wieder ein Schlammloch ausgelotet hab stand mein Beschatter in max 20Meter Abstand dahinter und schaute zu wie ich da wieder raus kam. Hab ich bei Ihm übrigens auch gemacht wenn der sich mal versehentlich versenkt hatte. Ich hab auch versucht im dichten Wald mal schneller zu sein als mein Bewacher, hat aber auch nicht funktioniert weil der nicht nur auf Sicht sondern auch auf Geruch gefahren ist. Also schnell mal verstecken spielen klappte auch nicht. Als Rucksack Fahrer und Betreuer war damals mein Freund Bubi Pohlenz mit meiner damaligen DM 50er HERCULES unterwegs. Da war von einem vorherigen DM Lauf mal eine Start Nr. 3 drauf und durch die Schlamm und Staubetappen sah das so aus als wäre da schon meine Start Nummer für einen schnellen Moped Wechsel vorbereitet gewesen. War aber nur reiner Zufall, jedenfalls haben die Sport Kommisare das Moped vom Walther Pohlenz vorübergehend Konfisziert. Leider hat sich dabei aber heraus gestellt dass die Fahrgestell Nr. identisch war mit dem Perego seiner 50er SACHS?? Ja wie geht das denn ? Sollte wohl der Gino ein Problem gehabt haben ? Man weiß es nicht.

Am Dritten Tag kam dann unser TEAM Chef Hermann Popp beim Abendessen zu mir und eröffnete mir den Wunsch von unseren Italienischen SACHS Teamchef Masserini. „

„Probläm Teuscheeert bitte sprechen mit Teuscheert musse machen picolo langsamer, weil machen er ganze Ital. Vase kabutte „ Die Italienische Vasen Mannschaft bestand kpl. aus 5oer Fahrern mit Perego, Signorelli, Medardo und Scaburri und jeder von diesen Konkurrenten bekam für die Mannschaftswertung meine diverenz Sekunden aufgebrannt. Somit war ich verantwortlich für die vielen Straf Sekunden der Italiener. Logisch als SACHS Team Mitglied sollte ich Rücksicht nehmen!! Aber ich wollte doch unbedingt meine Klasse gewinnen um zu beweisen dass ich eigentlich die Rechtmäßige Nummero Uno der 50er Klasse war oder? Mir fehlten gerade mal noch 5 Sekunden zum ersten Platz. Von wegen langsamer, kommt überhaupt nicht in Frage es wird weiter Magura gegeben. Da hab ich aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Als ich am 4.Tag im Schwedischen Wald an unsere Italienische Tanketappe kam wollte mein Freund Consoni mir den Tank voll machen als er mich aber erkannte tauschte er den schon bereitgestellten Kanister gegen einen anderen aus und tankte voll. Ich hab mir erst nichts dabei gedacht aber als 1 Minute später Gino Perego kam tankte er dem wieder von dem ersten Kanister das Benzin. Auf meine Frage „ eh Consoni warume Perego andere Benzina isse Problemme? „“ Nono niente Problemo alles gute O.K.“ Ich hatte keine Zeit mehr weiter zu diskutieren musste weiter fahren. Aber nach ca. 5km fing meine Gute SACHS Plötzlich an so eigenartig zu klingeln und spätestens jetzt wurde mir Schlagartig klar die haben mir Blankes Benzin rein, das also war die sog. Südländische Art den Arnulf langsamer zu machen. Aber nicht mit mir, ich hatte wie immer für Notfälle in meinem Bord Werkzeug eine Tube SACHS 2 Taktöl dabei warum weiß ich bis heute nicht, habs auch niemals wieder gebraucht. Also anhalten Kerze raus und 15ccm rein in in den Zylinder den Rest in den Tank und weiter gings. Als ich in der nächsten Runde wieder bei meinem Freund Consoni zum tanken erschien schaute der mich nur ganz ungläubig an und meinte „ Arnulfo du niente Problemo „ Ich „ No alles gut mio Sachse geht wie Sau“ Und schon wollte er mir die zweite Ladung Drecksbenzin verabreichen. Da hab ich aber gewartet bis der Gino kam und hab mir dem sein Benzin selber rein geschüttet. Hab den Consoni inzwischen öfter mal wieder getroffen zuletzt heuer in Montacampione und wir haben uns königlich amüsiert über diese Episode. Er war damals schon mein Freund und bleibt es auch in Zukunft. Er hat ja nur auf Befehl von „Oben“ gehandelt. Das Gute Ende zum Schluss bei meiner 50er SACHS hat natürlich das untere Pleuellager durch das ohne Öl Benzin etwas gelitten aber mittels Zusatzschmierung meinerseits und schonender Fahrweise am 5.und 6. Tag hielt sie durch bis zum Ziel. Gewonnen hab ich die Klasse zwar trotzdem nicht aber ein 3. Platz hinter Signorelli und Perego war so schlecht auch wieder nicht.

Wir hatten alle mächtig Spass im High Chaperral von Västernstaden bei Stockholm. Die Sonnefelder haben damals in Ihrem Oldsmobil Bus in den ganzen Betreuer Mopeds die Tanks mit gutem alten Kirschwasser befüllt und das war damals in Schweden die Beste Umtausch Währung. Unser Verbandsarzt Dr. Karl wurde beim Frühstück auch immer etwas seltsam angesehen weil der immer seine selbst mitgebrachten Blutkonserven kostete? Ja beim Erfinden sind wir Deutsche schon immer ganz vorn dabei gewesen oder?

schöner HERCULES Werbefilm von 1977 Produziert von Herrn Gabrisch vom BR3 Sport

https://www.youtube.com/watch?time_continue=8&v=zsdXieIOdZ8

 

ZÜNDAPP ist Schuld das die  HERCULES GS 80 entstand.

Nachdem HERCULS/SACHS  Ende 1978  beschlossen hatte ihre Geländesport Abteilung wieder aufzulösen habe ich 1979 für 2 Jahre zum ZÜNDAPP Werksteam gewechselt um zusammen mit Erwin Schmider die EM und DM sowie Sixdays zu fahren. Ich war damals  inoffiziell als Wasserträger bei der EM für Erwin eingeteilt. In der DM fuhr er zwar ab und zu noch mit, aber den DM Titel durfte ich gewinnen wenn ich dem Erwin beim Gewinn seines letzten EM Titels helfen würde. Hat aber beim Erwin leider nur zum 3. Platz gereicht weil er in Spanien mit Motorschaden an seiner 50er ausgefallen war. Ich hätte Ihm damals eigentlich meinen Motor auf der Strecke abgeben müssen ( Austausch der Mopeds wäre nat. schneller gegangen) aber der Erwin hat dankend meine Hilfe abgelehnt mit den Worten" fahr ruhig weiter meine Zeit ist eh bald um du  bist noch Jung und brauchst den Erfolg und wenn die Münchner mir kein Zuverläßigeres Moped hinstellen können sind sie selber Schuld." Auf meine Frage „ und was soll ich dem Erich sagen was los ist?“ meinte er nur „sagschd hald du hoschd mi it gsea und guad is“. Werd ich ihm nie vergessen. Er war halt immer ein sehr fairer Sportler.

1980 war ich dann in der DM und EM zusammen mit Eddy Hau mit der 100er Zündapp unterwegs. Ein Traum von einem Moped bis auf das Getriebe, Schaltwege so lang wie 5Meter Feldweg. Es gab zwar offiziell keine Stallregie aber hinter den Kulissen war klar dass Eddy die NR.1 war und ich wurde zwangsläufig zu seinem Wasserträger gemacht. Stinkt mir heute noch und würde ich auch nie nie mehr machen.  Mit der Sechstage Fahrt in Briuode 1980  dem Klassensieg und dem Silbervasen Gewinn war dann auch meine Zündapp Episode beendet. Wegen einiger Meinungsverschiedenheiten mit Manager Messner hab ich mich entschlossen für 1981 etwas anderes zu suchen. Allein schon deshalb, um nicht wieder als Wasserträger verbrannt zu werden. Die neue 80er Klasse ( Ersatz für die 50er und 100er) wurde durch die Int. Klassenreduzierung erst 1981 ins Leben gerufen. Es gab aber zu dieser Zeit noch von keinem Hersteller irgendein  Fahrbereites 80er Wettbewerbs Modell. Ausser von ZÜNDAPP da hörte man dass die in den neuen 125er Zentral Stoßdämpfer Rahmen von Ladi Gorgos einen 80er Motor einbauen wollen. Als Fahrer war da schon fix mein ewiger Kongurrent Jürgen Grisse eingeplant.

Ich hab halb Europa abgesucht nach einer Firma welche mich mit einer 80er unterstützen könnte. Von Kreidler Van Veen bis Puch und KTM hab ich alles abgegrast, leider vergeblich.

Zu Zündapp wollte ich auf gar keinen Fall mehr ich hatte da noch ein paar Rechnungen offen.

Die Zeit für einen weiteren Profi Geländeeinsatz wurde immer knapper, da kam mir der Gedanke es doch nochmal mit HERCULES /SACHS zu probieren. Die hatten zwar für 1981 schon ein paar Serien 80er entwickelt aber halt kein Gelände Wettbewerbs Modell. Eine sog. Sportabteilung gabs auch nicht mehr. Von der alten Sportabteilung existierte nur noch der Günter Dotterweich, Peter Muschweg als genialen Schweißer  und Heinz Blendinger also die Besten Voraussetzungen für einen Werksmäßigen Einsatz meinerseits. Gottsei Dank hatte ich zu Dipl. Ing.  Herbert Pöppinghaus noch ein sehr gutes Verhältnis. Ich hab Ihn Ende Oktober 1980 um einen Gesprächstermin gebeten um über Gott und die Sport Welt im allgemeinen zu Reden. Ich hab dem damaligen Motoren Chef  in Schweinfurt in einem fast 5 Stündigem Bewerbungs Gespräch erst beibringen müssen dass es unwahrscheinlich wichtig ist diese 80er Sachs  für mich zu bauen, damit wir den Titel vor Zündapp holen können. Hat ja dann auch 3mal hintereinander  geklappt

Ich hab mir nat. nicht im entferntesten ausmalen können was dieses Gespräch Im SACHS/ HERCULES Konzern für eine Lawine auslöste.

Günter Dotterweich hatte da zwar in Eigenriegie schon mal  eine Rahmenzeichnung im Schreibtisch liegen, mehr aber nicht. Dass die Schweinfurter dafür den Michael Schaffleitner Engagieren würden um in den kleinen SACHS Motor ein 6 Gang Klauen Getriebe zu bauen

( ein wares Kunstwerk) war ein Hammer.  Kurz und Gut, in Nürnberg wurde in den Räumen der alten Sportabteilung Flugs der erste Cromo Rahmen von Peter Muschweg und Heinz Blendinger zusammen geschweißt. In Schweinfurt wurde mit Schaffleitner, Appelbaum und Schiffer der Motor aufgebaut. Und wenn ich mich richtig erinnere sind wir Anfang März 1981 bereits zur ersten Testfahrt ausgerückt. Ich war begeistert, ein Moped extra für mich einfach der Wahnsinn.

ZÜNDAPP konnte einpacken!!!

Als dann Günter Dotterweich auch  noch den Erwin Schmider mit ins HERCULES SACHS Boot geholt hat, war ich Im ersten Moment zwar etwas angefressen wegen der Verpflichtung, denn ich wollte nicht schon wieder Wasserträger sein, schliesslich hab ja ich alles angeleiert. Da ich aber den Erwin aus der Zeit mit Zündapp als absoluten fairen Sportler kennengelernt habe, hat mich das dann richtig gefreut noch eine Saison zusammen mit meinem 10 Jahre älteren Freund in einer Klasse fahren zu dürfen. Es gab auch keine versteckten Abmachungen wer nun die Nr.1 oder 2 war, das haben wir beide ohne Manager bei einem Kaffe mit Kuchen von Anita unter Sportlern ausgemacht. Erwin hat von sich aus den Vorschlag gemacht " Arnulf das machen wir ganz einfach, wer nach drei Rennen die Nase vorn hat ist die Nr. 1 und automatisch hilft dann der Verlierer seinem Kollegen " Und genauso haben es wir auch durchgezogen, Erwin kam nach der 3. Veranstaltung zu mir und hat mir unter 4 Augen gesagt o. K. du warst 3mal schneller jetzt helf ich dir den Titel zu gewinnen. Und er hats gemacht!!! Bin ich heute noch wahnsinnig stolz drauf, denn das hat er für keinen anderen Fahrer der Welt gemacht. Somit bin ich auch der einizige Fahrer der den Weltbesten Geländesportler als Wasserträger hatte. Wir waren damals ein fast unschlagbares kleines Werksunterstütztes TEAM. Fahrer Erwin und ich, Fred Marschall war unser techn. Betreuer und Streckenfahrer vor Ort. Anita war Betreuer und gute Seele im Wohnmobil und an der Zeituhr. und hat für die richtige Verpflegung vor und nach der Fahrt gesorgt. Günter Dotterweich als TEAM Chef hat das Ding gezeichnet und in Nürnberg wurde der Rahmen und Auspuff dazu gebaut. Die  6 Motoren sind in Schweinfurt von Michael Schaffleitner und Appelbaum/ Schindler gebaut worden. In Zusammenarbeit mit Bing haben wir einen sog. Powerjet Vergaser mit Vollgasanreicherung gebaut ( Da konnte ich in knapp 1 Minute die Einstellung ändern ohne den Vergaserdeckel aufzumachen) Johann Weidl hat mir meine HYDROCROSS Dämpfer nach Wunsch abgestimmt, die gehen heute noch genauso gut trotz Gewichtszunahme. Einfach eine unglaubliche Geschichte. Wir haben als kleines 5 Mann TEAM dreimal die große Konkurrenz ZÜNDAPP und KTM  geschlagen sind 1981 auf Elba Mannschaftsvizeweltmeister geworden und waren 2 mal 3. in der EM. Ich bin bis heute mit dem Moped über 120 Veranstaltungstage gefahren ohne einem einzigen technischen Ausfall. Wir haben über 66 Klassensiege und unzählige Top 3 Platzierungen  erreicht und die Gute freut sich heute immer noch auf jeden Meter im Gelände. Seit 2005, nach über 23 Jahren Ruhezeit im Keller bin ich mit meiner „Guten“ nun wieder bei den Klassik Fahrten unterwegs und was soll ich sagen? Wir freuen uns über jeden km im Gelände. Für das  High Lite 2015, dem SIX DAYS Revival auf Elba  wurde Sie nochmal hübsch gemacht und neben den vielen Top Restaurierten Mopeds von Gritti, Muraglia,Brissoni und Brinkmann KTM war sie sicher eines der schönsten Divas der Veranstaltung. Ich war übrigens auch der einzige Fahrer welcher mit seinem Original Motorrad von 1981 am Start war. Noch eine kleine Randgeschichte, gehört zum Abschluß dazu. Als ich beim Endlauf 1981 in Mauer Punktgleich mit Grisse zum Finale antrat, hat mir unser TEAM Chef G. Dotterweich am Samstag nach der techn. Abnahme erklärt dass es ungeheuer wichtig ist dass ich Morgen alles aus mir rausholen müsste um den Titel zu gewinnen. Auf meine Frage, warum das ausgerechnet  heute so wichtig wäre  mir das zu sagen? Schließlich weiß ich das ja selber, ich wollte doch auch unbedingt gewinnen. Tja da meinte der gute Günther nur“ Wenn wir Morgen den Titel nicht gewinnen sind die Kosten von  750000.- DM 250000.- DM allein fürs Schaffleitner Getriebe in den Sand gesetzt und unsre kleine Werks Sportabteilung ist am Montag wieder Arbeitslos“ Na Danke ich war ab da ziemlich fertig mit der Welt, hab dann alles was in mir drin war einschließlich den Kuchen von Anita nochmal durch den Kopf gehen lassen. Ich glaub ich hab eine ½ Std. vor dem Start nochmal gekotzt vor Aufregung. Es kann also Keiner sagen ich hätte nicht alles aus mir rausgeholt. Nun gut es hat Letztendlich geklappt, wir haben den ersten 80er Titel  gewonnen.

Erich Messner hatte 45er Halsschlagadern, das allein schon war der Einsatz Wert.

Und wie das in Mauer funktioniert hat  wird nochmal eine extra Geschichte.

Arnulf

 

Die drei singenden Sägen

DM Finale Mauer 1981

 

DM Finale 23.8.1981

 

1981 war für mich eines der erfolgreichsten und anstrengensten Sportjahre meiner Gelände Karriere.

Wir haben damals als kleines 5 Mann TEAM dreimal die große Konkurrenz ZÜNDAPP und KTM  geschlagen sind 1981 auf Elba Mannschaftsvizeweltmeister und in der EM 2 mal dritter und 1 mal Vierter geworden.

Aber richtig in Erinnerung bleibt mir doch das Finale Rennen in Mauer ( bis heute immer noch eine meiner Lieblingsveranstaltungen).

Aber nochmal  ganz von vorne, nach den ersten 5 Veranstaltungen

5.4.81   Bielefeld 2.6.81   Eschwege 8.6.81 Hermannstein 12.7.81 Bad Windsheim und

19.7.81 Schweighausen war ich mit Grisse Punktgleich an der Spitze. Bernhard hatte durch einen Ausfall schon zu viel Abstand und konnte max. nur noch dtritter werden.

Dazu muss ich sagen dass wir uns  während der ersten Veranstaltungen schon mit sehr langen Messern bekriegt hatten, mal war der Jürgen vorn mal ich und auch der Berni mit der KTM hat einmal zugeschlagen. In Hermannstein gabs ziemlich knappe Zeiten, da hat der Ballermann wohl etwas geschlafen und wurde nur 4. Mein Wasserträger Erwin hat mir hier letztendlich die wichtigen Pkt. Geschenkt für den Titelgewinn.

Jedenfalls war es im Fahrerlager Gesprächs Thema Nr.1 wer holt den wichtigen Titel für die noch existierende Deutsche Motorrad Wirtschaft.

Ich war am Samstag jedenfalls schon so aufgeregt dass ich viele Kameraden im Fahrerlager oft gar nicht mehr begrüssen konnte. Die Sonderprüfung auf  dem abgeerntenden Getreideacker hab ich sicher 4 mal abgelaufen. Mein Betreuer Fred hat sich schon Sorgen gemacht und ich hab mir dauernd überlegt wie ich die ZÜNDAPP Macht schlagen könnte. Denn die von Ladi Gorgos konstruierte 80er ZÜNDAPP war uns Leistungsmässig ebenbürtig wenn nicht gar etwas überlegen. Und der Jürgen hatte ja auch International schon mehr Erfahrung als Sixdays Weltmeister als ich. Ich wusste also rein rechnerisch wird das eine sehr knappe Nummer.  Als uns der Klaus Gabrisch vom Bayrischen Rundfunk vor dem Start fragte wer den nun von uns beiden Meister werde, hab ich ihm vor versammelter Presse und Konkurrenz voller Überzeugung geantwortet „ na ich natürlich den Grisse mach ich heute Platt und schenk im Pro Durchgang 6 sec. Ein“ Es wusste ja keiner dass ich mir eine  halbe Std. vorher erst nochmal mein Müssli samt Kaffe  durch den Kopf  gehen lassen musste so aufgeregt war ich.

Ich wusste nur eins Grisse und ich waren heute absolut gleich Stark und jeder kann gewinnen. Also musste ich ihn mit Psychologie knacken. Es gab in diesem Jahr laut Reglement die Möglichkeit an den Zeitkontrollen eine Plus-Minus Zeit zu stempeln. Und das war meine Chance.

In der ZK vor der ersten Sonderprüfung hab ich mit Fred Marschall meinem Betreuer ausgemacht dass ich eine Minute  Vorzeit nehmen will,  weil ich wusste dass der Jürgen alles versuchen würde um direkt hinter mir in die Prüfung zu fahren. Man hat da immer einen kleinen Vorteil weil man den Gegner nervös machen  und den Abstand zum voraus fahrenden abschätzen kann. Ich hab deshalb den Jürgen schon in den Etappen vorher immer wieder mitgeteilt dass Er heute als erster in die SP fahren muss schließlich ist er ja der EX Weltmeister.Der Jürgen wurde immer nervöser und hat natürlich nicht geahnt wie  ich Ihn austrixen will. Der Bernhard wusste als einziger Bescheid, er sollte direkt hinter mir in die SP einfahren um einen größeren Abstand herzustellen.

Ich hab  also versteckt  hinter unserem Betreuer Bus meine Vorzeit abgewartet und bin wie mit Fred vereinbart eine Minute zu früh in die SP rein gefahren, hab dabei dem Herrn Messner noch freundlich zugewunken. Den Blick vergess ich auch nicht mehr, ich seh noch wie er dem Grisse freudestrahlend mitteilen will „eh der Teuchert kassiert eine Straf Minute für zu frühes stempeln“ Scheisse das geht ja ohne Strafe. Aber da wars schon zu Spät für Jürgen bis der seinen Helm und Handschuhe an hatte war ich schon mitten in der  Prüfung drin. Ich hab alles gegeben und war tatsächlich 6 Sekunden schneller als Grisse. In der zweiten Runde haben die Zündapper besser aufgepasst, da hatte ich aber meinen Blutsbruder Bernhard schon geimpft dass er direkt hinter mir in die Prüfiung fährt. Der Jürgen wusste alsbald nicht mehr was da los war. In der letzten entscheidenden Runde bin ich wieder als erster rein und Bernhard hats wieder geschafft sich zwischen  Jürgen und mir rein zu klemmen. Ich glaube der Jürgen und ich hatten in der Prüfung beide 218 Puls oder mehr. Als ich durchs Ziel kam hab ich gleich nach 20 Metern meine Gute umgelegt, bin dem Grisse die letzen Kurven entgegen gelaufen und hab ihn angefeuert! Der dachte wohl ich will Ihn irgendwie behindern oder sowas, aber seinen Gegner anfeuern das gibt’s doch nicht oder?? Jedenfalls hat der Ballermann in letzten Kurve vor der Lichtschranke noch mal einen Flachköper gemacht und spätestens da wusste ich „ Wir haben den Titel“ Puhh das war knapp denn der Jürgen war trotz umkipper nur 2 sec. Langsamer als ich.

Ich müsste lügen wenn ich nicht sagen würde dass hat mir gut getan. Herr Messner meinte nur „aber nächstes Jahr holen wir den Titel“ nein hat er nicht, erst als ich die Gute ins Eck gestellt habe hat ZÜNDAPP den Meister gemacht. Schade nur dass es letzendlich beiden Firmen nix genützt hat. ZÜNDPP und HERCULES sind schon lange Geschichte. Aber die Erinnerung bleibt.

Arnulf  

Pöppinghaus Glückwunschschreiben 19810001

 Die Geschichte mit dem Eimer vom Erwin?

Nach dem Rücktritt vom SACHS Werksgeländesport  1978 bin ich 79 bei Zündapp gelandet und weil ich der kleinste aber nicht jüngste war, hat mich  der Erich Messner  zu meinem großen Vorbild Erwin Schmider in die 50er Klasse beordert. Erwin war für mich damals immer noch eine Fahrerpersönlichkeit zu der man nur aufschauen konnte. Deshalb hab ich mich auch gar nicht dagegen gewehrt für Ihn den sog. Wasserträger zu spielen, zumal es ja nach Aussage Messner eh sein letztes Geländejahr sein sollte deshalb wollte man ihm halt noch einen EM Titel in der 50er Klasse gönnen.  Ich musste demnach alles tun  Erwin nach hinten gegen die Italiener abzuschirmen. Was eigentlich ein Quatsch war denn Erwin war mit seinen damals gerademal 42 Lenzen uns allen noch mehr als  ebenbürtig wenn nicht gar überlegen nur die kleinen Italiener mit den Fantics wurden immer besser. Unsere Ziehkeil Zündapp war da schon nicht mehr ganz auf  dem Stand der Technik. Leistung war schon gut da aber der Vergaser und keine Wasserkühlung und das Ziehkeilgetriebe???

Um damit wieder auf den Eimer zurück zu kommen muss ich etwas weiter ausholen, wems zu lang wird der kann ja weiterklicken.

Ich tat jedenfalls mein Bestes um dem Erwin seinen verdienten EM Titel zu verschaffen, ich machte Vergasereinstellungen, testete alle möglichen Fahrwerkseinstellungen und fuhr eigentlich immer anständig hinter dem Erwin her, transportierte Ersatzteile,  um Ihm bei techn. Gebrechen seiner Zündapp helfen zu können. Leider hatte der Erwin beim spanischen EM Lauf Pech mit seiner 50er, eine abgebrochene Schiebernadel hatte seinen Kolben zerstört. Eigentlich hätte ich damals dem Erwin mein Moped abgeben müssen Nummernschildwechsel wäre bei unserer Zündapp-Erfahrung auch schnell gegangen. Aber so ist er halt der Erwin, er meinte nur „ Arnulf fahr ruhig weiter, wenn mir de Münchner so a Glumperts Zeigl gääbe dann brauche se au koin EM Titel mehr. Du bisch no Jung ( o.K. ich war grad mal 10 Jahre Jünger) du braugschd die Punkte mehr wie i, sagschd halt dem Messner du hosch mi it gseea“ Und was sollte ich da machen? Befehl ist Befehl  ich fuhr halt weiter. Nächster EM Lauf war wenn ich mich richtig erinnere in Brioude Frankreich. Da wars ziemlich heiß so um die 35Grad, unseren 50er Luftgekühlten wurde es ganz schön heiß ums Herz und damit ging auch die Leistung zurück. Wir sind damals kurz vor der Sonderprüfung durch einen kleinen Bach gefahren und ich kam auf die Idee meinen Motor mit dem Wasser abzukühlen damit er in der Sonderprüfung wieder etwas besser zog. Mittels einer Plastiktüte holte ich Wasser aus dem Bach und kühlte damit meine kleine Zündapp schön runter. Erwin stand daneben und meint nur „ moinschd des hebbd  der Motor“ Ich sagte nur „wirst schon sehen ich bin jetzt mind. 6 Sekunden  schneller als du“.

Gesagt getan, ich war wirklich ca. 6 sek. Schneller als Erwin nach der Prüfung. Als ich dann in der 3. Runde bei unserem Betreuer Schmidi in die ZK kam, fragte der mich „ Arnulf,  haste schon gesehen was der Erwin da gebaut hat?“ Wie was gebaut, ich hab doch gar nichts gesehen bei Ihm. Da hat der Erwin doch hinter meinem Rücken mit Hilfe von Pinze und Schmidi mit einer großen Wasserflasche und einem Benzinschlauch eine Wasserkühlung an seine 50 er gebaut. Die Wasserflasche steckte oben hinter der Lampenmaske und der Benzinschlauch war schön vor dem Zylinder platziert, so kühlte er seinen Motor während Sonderprüfung runter bis die Flasche leer war. Gebracht hat das zwar nicht viel, aber die psychologische Wirkung war eine ungeheure. Beim nächsten Lauf  in  Weitra, Österreich mussten dann härtere Geschütze aufgefahren werden. Denn dass der kalte Motor besser ging hat dem Erwin schon gefallen. Also wurde ausgemacht dass fortan vor jeder Sonderprüfung jeweils ein großer Eimer Wasser für Erwins und  meine Zündapp kurz vor der Prüfung versteckt deponiert werden sollte, damit wir unsere Motoren schön kühlen konnten.

Dumm war nur, dass die Zündappmannschaft nur zwei ungleich große Eimer dabei hatten, einen mit 15 Liter und einen mit 10 Liter Inhalt. Dumm war  natürlich auch dass Sie uns das vor dem Start gesagt hatten. Erwin wusste genauso wie ich dass 15 Liter mehr kühlen als 10L, also ist doch klar wer die 15 Liter hat, ist kühler also schneller, logisch oder?

Nur noch zum besseren Verständnis der Situation, Erwin und ich fuhren in der gleichen Startminute, also immer schön zusammen. Die Etappen  in  Weitra waren mittelschweres Gelände, die Zeiten locker zu fahren. Es war eigentlich keine übermäßige Eile geboten. Erwin genoss damals unter allen Nationen einen sehr guten Strecken-Zeiteinteilungs-Ruf, was bedeutete wenn Erwin normal fuhr war keine Eile geboten, die Zeiten also locker zu schaffen. Machte er Gas sollte man tunlichst dran bleiben, denn da könnte es eng werden. An der Zeitkontrolle vor der Sonderprüfung waren Erwin und ich jedoch sehr nervös an der Stempeluhr, weil wir nämlich möglichst schnell weg wollten um an die Wassereimer zu kommen, denn wie gesagt wer zuerst kommt kriegt  den großen Eimer. Das, was wir anschließend  in der Etappe aufgeführt haben, war jenseits von Gut und Böse, ich hab alles gegeben um als erster an dem großen Eimer anzukommen, Erwin ebenfalls. Die Italiener hinter uns wussten natürlich. nicht was los war und versuchten alles um an uns dran zu bleiben, wahrscheinlich meinten die dass da irgendwas in der Strecke versteckt war, weil wir so angasten. Was soll ich sagen, ich hab den Erwin erst in der letzten Abfahrt geknackt und war als erster am großen Trog. Wer Erwin kennt der weiß was jetzt kam.

„ Die Huresäckl von Zündapp habe net amol zwoi gleiche Oimer etz hab i den Salat de Motore sin hois un i hab grad amol 10 Liter Wasser zom kühle, da brauchi doch gar it mehr fahre.... usw. „ Ich hab dem Erwin nat. 2.5 Liter von meinem Eimer abgegeben das hat Ihn aber nicht wesentlich beruhigt  er hat weiter geschimpft. In der Sonderprüfung waren wir nat. schneller wie die Italiener, denn wir hatten schon gut trainiert. In der nächsten Runde gleiches Spiel, Erwin und ich versuchten wieder alles zuerst am Trog zu sein nur mit dem Unterschied, diesmal war er schneller, aber leider waren hinter dem Holzstoss keine Wassereimer zu finden.

Die Schimpfkanonade vom Erwin kann ich leider hier nicht wiedergeben, er hatte jedenfalls 218 Puls. Während Erwin tobte, suchte ich an den anderen Holzstössen nach unseren Eimern, und siehe da hinter dem 3. Stoß standen sie ja, unsere Zündapp-  Eimer, ja nun hatte ich wieder den 15er zu kühlen und Erwins Gesichtsfarbe ging in Richtung dunkelrot. Wir haben das Wasser natürlich ehrlich geteilt und Erwin hat sich nach der Sonderprüfung auch wieder beruhigt, schließlich gabs im CaféTeuchert auch immer den besten Kaffee mit Anitas Kuchen. Erwin ist bei seiner letzten EM bedingt durch den Ausfall in Spanien leider doch nicht mehr Europameister geworden aber ein 2. Platz ist ja auch nicht so schlecht oder?

So und das war Sie nun die  Story vom Erwin und sein Eimerle.

Schreiben ist doch etwas schwieriger als das erzählen mit einer Hopfenkaltschale in der Rechten.

Arnulf

 

Italienische Momente -

3 Tage ELBA Six Day`s Revival vom 16. – 18. Oktober 2015 in Portoferraio

 

“Der Veranstalter lässt uns hier sechs Tage lang im leichten Gelände herumfahren, wohlwissend dass seine Landsleute seit Wochen auf den Sonderprüfungsstrecken unterwegs sind!“ So etwa lautete das sichtlich verärgerte Fazit des deutschen Trophyfahrers Heino Büse am Ende der 56. Internationalen Sechstagefahrt auf der Insel Elba, im Oktober 1981. Das deutsche Trophyteam mit Arnulf Teuchert (Hercules), Jürgen Grisse (Zündapp), Klaus-Bernd Kreutz (Zündapp), Bert v. Zitzewitz (Maico), Heino Büse (Maico) und Hans-Werner Pohl (Honda) landete doch mit deutlichem Abstand hinter den mit Heimvorteil ausgestatteten Italienern auf Rang 2, ebenso wie unsere Silbervasenmannschaft in der Besetzung Bernhard Brinkmann, Harald Strößenreuther und Richard Spitznagel. Aber eigentlich hatten unsere deutschen Mannschaftsbetreuer damals bereits bei der Anreise eine dunkle Vorahnung. Natürlich würden die überaus findigen Italiener versuchen, ihren Heimvorteil möglichst geschickt auszunutzen. Den auf die richtig schwierigen Geländestrecken spezialisierten Fahrern aus der Bundesrepublik , der DDR oder der Tschechoslowakei, setzten die Veranstalter ganz gezielt ultraleichte Geländeetappen vor und warteten im Gegenzug mit knüppelharten und superschnellen Crosspisten auf dem Monte Tambone als Sonderprüfungen auf. Und um auch wirklich nichts dem Zufall zu überlassen, hatte man genau diese Sixdays-Areale etwa 4 Wochen vorher dazu genutzt, um dort einen Lauf zur italienischen Geländemeisterschaft durchzuführen. Und so verwunderte es am Ende nicht, dass die Italiener bei ihrem Heimspiel alle wichtigen Wertungen der Veranstaltung gewinnen konnten und mit Allesandro Gritti auch noch den Punktbesten aller Fahrer stellten.

Unser damaliger Trophy-Mann Arnulf Teuchert sieht das heute mit dem zeitlichen Abstand und einer gewissen Altersgelassenheit natürlich viel lockerer, als es damals sein Teamgefährte Heino Büse formulierte: „Das was die Italiener damals gemacht haben, war schon richtig „tricky“! Sie haben den Heimvorteil ganz clever ausgenutzt. Aber alles in allem war es legal und sie haben am Ende auch verdient gewonnen!“

Als im Frühjahr 2015 in der deutschen Enduro-Klassik-Szene die ersten Hinweise von einem in Vorbereitung befindlichen Elba Six-Day`s Revival im Internet auftauchten, dauerte es nicht lange, bis auch Arnulf Teuchert von der Sache Wind bekam. Für ihn war sofort klar, dass er hier dabei sein musste. Nicht nur seine Erinnerungen an dieses große Event waren es, die in ihm das Feuer entfachten. Nein, es war auch die Tatsache, dass in seiner heimischen Garage noch das Original 80ccm Hercules Elba-Werksmotorrad des Jahres 1981 steht und dazu noch in einem rennfertigen Zustand. Eines von nur drei Einzelstücken, welche Hercules damals für ihn und Erwin Schmider exclusiv anfertigte und welche mit den überaus seltenen 6 Gang Sachs-Motoren mit einem Schafleitner-Klauengetriebe ausgestattet wurden.

Was für Arnulf dann folgte, waren viele Gespräche und Telefonate mit ADAC, DMSB, Sportkameraden und möglichen Sponsoren. Dabei galt es dann für ihn auch die eine oder andere Enttäuschung zu verarbeiten. Doch seinem persönlichen Engagement ist es zu letztlich verdanken, dass für das von dem Buchautor und Hercules-Sammler Marcello Grigorov aus Lugano ins Leben gerufene Elba-Revival 2015 sowohl ein deutsches Trophy-Team als auch eine deutsche Vasen-Mannschaft aufgeboten werden konnten. Während sich die Motorsportverbände dezent zurückhielten, konnte er mit Sponsorenhilfe von LEXWARE für die Teamkleidung, Reifen von Metzeler-Butzner oder Ketten von Motorrad Schüller doch einiges auf die Beine stellen, um das Budget seiner beiden Teams zu sichern. Bei fälligen Lizenzgebühren in der Größenordnung von ca. 200 Euro oder dem Mannschaftsnenngeld von 120 Euro eine durchaus sinnvolle Unterstützung.

Und dass sich all diese Mühen gelohnt haben, zeigte sich spätestens bei der Ankunft unserer Teams in der Hafenstadt Portoferraio. Traumwetter mit wolkenlosem Himmel und sehr angenehmen Temperaturen erwartete die 235 Teilnehmer aus 9 Nationen, davon 28 aus Deutschland. Dazu ein tolles Ambiente mit Fahrerlager, Parc Ferme sowie Start/Ziel in Altstadt und Hafen. Geradezu wie gemalt für die vielen wunderbar restaurierten historischen Geländesportmotorräder aus aller Herren Länder. Das was die Italiener da auf die Beine gestellt haben, war tatsächlich eine Kopie der historischen Sixdays-Veranstaltung und zwar im klassikgerechten kleinen Dreitageformat mit Einmarsch der Nationen inkl. Nationalhymnen und Galadinner. Und für die internationalen „Klassik-Fahrer“ hatte man dazu auch noch Geländestrecken ausgesucht, welche diesen Namen wirklich verdienten. „Geländefahrerherz was willst du mehr!“

Doch dann der Schock. Der Veranstalter stört sich an Bernhard Brinkmann`s Lizenzunterlagen. Gleiches gilt für die holländischen und japanischen Trophyfahrer. Auch die dürfen wie Bernhard letztendlich nicht am Hauptwettbewerb teilnehmen sondern müssen in die abgespeckte Gentlemans-Wertung. Unser Trophy-Team ist somit schon vor dem Start geplatzt und kassiert deswegen pro Fahrtag Strafpunkte. Bernhard, der Geländemeister von 1985 fährt seine neu aufgebaute 50ccm KTM Meisterschaftsmaschine aus 1979 trotzdem über drei Tage strafpunktfrei bis ins Ziel. Viele sagen, das schönste Motorrad im gesamten Feld. Arnulf Teuchert, Geländemeister von 1981-1983, auf seiner 80er Hercules, hat die Startnummer 20. Exakt so, wie auch schon im Jahr 1981. Er und Eberhard Weber, der zweimalige Trophysieger auf Zündapp der Jahre 1975 und 1976, fahren nun geschwächt als deutsches Trophyteam. Weber auf einer extra für ihn ausgeliehenen 175 ccm Puch Frigerio. Die zwei erfahrenen alten Hasen geben ihr Bestes und staunen nicht schlecht. Landschaftlich reizvolle Strecken werden von hammerharten Geländestücken wie einer steilen 7 Kilometer langen Geröllsteilabfahrt abgelöst. Da wurden die Unterarme mit jedem Kilometer dicker. Die Enduroprüfung ist super anspruchsvoll und zieht sich kurvenreich über 7 Kilometer über einen sehr steinigen Eselspfad und ist auf Höchstgeschwindigkeiten ausgelegt und das oftmals auch nahe am Abgrund endlang. Eine fast ebenso lange Crossprüfung ist hingegen in einem Olivenhain sehr Trickreich und Anspruchsvoll ausgelegt.

Doch nach einiger Eingewöhnung laufen unsere ehemaligen Stars zu Höchstform auf. Vor allem Eberhard Weber überrascht die Fans von Tag zu Tag mehr. Seit etwa 15 Jahren hat der noch immer sehr sportliche Asket aus Köln kein Rennmotorrad mehr angefasst. Trotzdem liefert er in den Prüfungen eine Spitzenzeit nach der anderen ab. Es wird gefightet wie in alten Zeiten. Natürlich wollen sich die Italiener auch bei ihrem Revival den Trophy-Sieg sichern. Sie haben keine Geringeren als die ehemaligen Spitzenfahrer Franco Muraglia (54), Gualdero Brissoni(59) und Allesandro Gritti(68) aufgeboten. Doch auch sie müssen kräftig Federn lassen. Grittis Kramer springt am Start nicht an und später geht auch noch sein Motor fest. Und unser Udo Meier vom fränkischen Silbervasenteam nimmt Muraglia bei den 125ern mehrfach wichtige Sekunden ab, so dass auch der Italiener seine Gilera im Übereifer fast verheizt. Und als schließlich auch noch Brissoni, mit seiner 125er Kramer an einer ZK zu spät stempelt, fallen die Italiener endgültig auf Rang 4 zurück. Unsere -durch den Organisator- geschwächte Truppe bringt hingegen strafpunktfrei einen blitzsauberen dritten Rang hinter Großbritannien und Frankreich ins Ziel der Trophy-Wertung. Dabei gab es allenfalls eine kurze Aufregung am Fahrtag zwei. An der Teuchert 80er durchschlägt ein Stein den Auspuffkrümmer. Doch der versierte Tüftler kann den „Gefäßschaden“ mit Kaltmetall aus der Tube, Schlauchbindern und einer Coladose in einer chirurgischen Notoperation rasch beheben und die Etappe fehlerfrei zu Ende fahren.

Ein aus nordbayerischen Fahrern (Horst Bauer, Udo Meier und Heinz Schmidt) zusammengestelltes Team für die Silbervasenwertung erreichte nach 3 Tagen und insgesamt 5 Geländerunden einen sehr guten 3. Platz in diesem Klassement. Durch die 28 deutschen Akteuren, von denen 24 das Ziel erreichten, wurde der deutsche Enduro-Klassiksport in Italien hervorragend repräsentiert. Dass gerade der „Neueinsteiger“ Eberhard Weber als 21. der Gesamtwertung zugleich punktbester deutscher Fahrer werden würde, hat er sich sicher vorher nicht annähernd vorstellen können, als er sich zu diesem Abenteuertrip überreden ließ. Der Hardy, wie er früher im Zündapp Team gerne gerufen wurde, hat nichts, aber auch gar nichts von seinem weltmeisterlichen Fahrkönnen verlernt. Die nächsten Ränge im Gesamtklassement belegten Udo Grein (26), Udo Meier (28).

Als dann am Abend nach der Veranstaltung die deutschen Teilnehmer allesamt zufrieden bei ihrem Lieblingsitaliener mit Pizza und Vino Rosso dinierten stand als Resümee fest. Das Elba-Revival war eine ganz tolle Angelegenheit und zudem ist uns zumindest eine freundschaftlich - moralische Revanche für die Niederlage im Jahr 1981 gegen die ital. Sportfreunde gelungen.

 

BL

SIXDAYS 1983 England

 

Die wahre Geschichte von der Schafsjagd in England 1983

 

Meine letzte Sixdays 1983 in Built Wells /England war nicht das, was ich mir als Abschluß meiner Geländekarriere so vorstellte. Aber der Reihe nach.

Unsere Vasen-Mannschaft mit den Fahrern Bernhard Brinkmann, Kawasaki KX80 (Startnummer 1) Arnulf Teuchert,  Hercules GS 80 (4), Joachim Sauer Honda CR125 (43) und Eddy Hau, Yamaha TT600 (371), Teamchef Wolfgang Butzner,  sollte von der Papierform eigentlich gut für einen der vorderen Plätze sein. Wer England kennt, der weiß auch, dass man hier auch hin und wieder mit gleichmäßig Wasser von oben und diversen Sumpflöchern von unten rechnen muß. Wir hatten uns auch eingehend bei den Altstars wie Lorenz Specht usw. schon im Vorfeld informiert, wie man diese grundlosen Schlammlöcher rechtzeitig erkennen könnte. Eigentlich waren wir sehr gut vorbereitet, das Fahrerlager mit Start und Ziel lag verkehrsgünstig an einem Campingplatz in Llandrindod Wells, nur unser deutsches Mannschaftshotel lag etwa eine ¾ Autostunde weit weg davon, weshalb sich Bernhard Brinkmann, Gerd Kiener, ich und noch einige andere deutschen Fahrer entschlossen hatten,  unsere Womos direkt am Fahrerlager zu parken, um uns die tägliche Autofahrt mit Linksverkehr von fast 1 ½ Std. zum Hotel zu sparen. Das fand zwar nicht die Zustimmung unserer OMK Teamleitung, weil das angeblich den Teamgeist störte, uns war aber die eine Stunde Nachtruhe mehr wichtiger und ausserdem hatten wir dank unserer Mädels auch die beste Verpflegung direkt vor Ort.

Dass wir Deutsche hier in Old England nicht gerade beliebt sind, haben wir schon in den Tagen vor der Abnahme immer wieder feststellen können. „. German Nazi“ musste man schon hier und da ertragen. Aber was soll’s - die englischen Fahrer waren uns wohlgesonnen. Aber dass man den Berni mit Start Nr.1 und mich mit der Nr.4 als Streckenputzer jeden Tag vorneweg fahren ließ, um die tausend Schlammlöcher als erste auszuloten und nebenbei die dreitausend freilaufenden Schafe von der Strecke zu treiben, war schon eine Frechheit. Nach dem Moto „Alder“ vor Schönheit hat mich Berni auch immer anständig voraus fahren lassen. Mit dem Ergebnis, dass ich jeweils auch als erster in den grundlosen Sumpflöchern eingetaucht bin, von wegen „das dunkle Gras ist fest und das helle ist Sumpf“, alles gelogen, 20cm links oder rechts von der Spur entschied meist nur der Zufall über stecken bleiben bis zur Tankunterkante oder weiter fahren. Ich weiß nicht mehr wie oft Berni und ich uns am ersten Tag gegenseitig aus dem Drecksschlamm rausgezogen hatten. Manchmal schaute nur noch Tankdeckel und Lenker oben raus. Spurrillen gab‘s so tief, dass einem die Daumen auf den Oberkanten schleiften. Da war der gleichmäßige Regen von oben schon fast wie eine Erholung, wusch der uns doch etwas von dem Dreck wieder ab. Am schlimmsten aber waren diese freilaufenden Schafe, es gab kaum eine Kurve, wo mir nicht irgend so ein Drecksbock vor das Vorderrad gelaufen ist. Im schweren Gelände war das erst mal kein so großes Problem, aber auf den kurzen Strassenetappen war das echt gefährlich.

Der Regen und die schweren Geländestrecken kamen uns Deutschen allerdings nicht ganz ungelegen, hatten die anderen Nationen mit diesen Umständen doch scheinbar mehr Probleme. Jedenfalls führten wir auch dank unserer zahllosen Streckenhelfer und dem sagenhaft schnellen Saui ( Honda) mit der Vase schon nach 2 Tagen mit über 1 Std. Vorsprung die Mannschaftswertung an.

Wenn nichts kaputt geht sollte uns den Sieg eigentlich niemand mehr abnehmen können. Eigentlich !!

Aber dann kam mir in der 2. Runde des 3.Tages dieser verdammt blöde Schafsbock in die Quere. Wir fuhren eine kurvige Strassenetappe im 6.Gang voll den Berg runter, Berni mit der Kawa knapp hinter mir, als mir dieser blöde Sch….- Bock in einer unübersichtlichen Rechtskurve aus der Böschung sprang und voll in mein Vorderrad krachte. Mich hats dabei voll auf die zwölf gehauen, hab Sterne gesehen und mein erster Gedanke war noch „so, das wars, jetzt gibt der Arnulf den Löffel ab“. Meine gute HERCULES hab ich aber nicht losgelassen, mit dem Erfolg, dass neben dem durchgeschliffenen Gasgriff auch meine rechte Pfote bis auf die Knochen durch war. Dass ich noch nicht beim Petrus angeklopft hatte, merkte ich spätestens dann, als meine gute 80er wegen dem kaputten Gasgriff unangenehm laut auf Vollgas lief und nicht abzuschalten war. Berni, welcher die Flugeinlage ja live erlebt hatte und ich versuchten verzweifelt den Motor auszumachen, selbst Kerzenstecker ziehen half nichts mehr, erst als Bernhard mit dem Fuß den Auspuff zu hielt und ich mit aller Gewalt die Fußbremse drückte ging das Ding nach einer gefühlten Ewigkeit aus. Durch den harten Einschlag hab ich mir auch noch beide Daumen ausgekugelt, den Lenker komplett krumm geschlagen und der Gasgriff war auch nur noch zu Hälfte da. Ich hatte jetzt die Schnauze voll von Schlamm, Dreck, diesen blöden Schafen und Sechstagefahrt im Allgemeinen. Aber Berni meinte nur „Arnulf wir müssen weiter fahren, wir haben doch schon über eine Stunde Vorsprung“  - ich darauf „eh wie soll ich mit den Pfoten weiter fahren“, ein Daumen schaute nach oben, der andere nach unten der rechte Handschuh war durchgeschliffen und mein Knochen schauten oben raus. Berni trocken „mach du deine Daumen grade, ich richte den Lenker und den Gasgriff“.

Wie bescheuert muss man sein um solche Anweisungen zu befolgen? Nur „ziemlich beste Freunde“ schaffen das!! Ich hab meine Daumen wieder selber eingerenkt – sch…. tat das weh! Berni hat den Lenker und Gasgriff halbwegs repariert. Jedenfalls fuhren wir nach ein paar Minuten und den kleinen Reparaturen weiter. Meine gute Sachs sprang zwar wieder an, aber ich hatte schon gleich den Verdacht, dass mein Pleuellager bei der Vollgasdreherei im Liegen was abgekriegt hatte. Meine Hände spürte ich ab den Ellenbogen eh nicht mehr. An der nächsten ZK sollte eigentlich unser Doktor da sein, um mich zu verarzten, aber leider schaffte er es nicht mehr rechtzeitig zur ZK. So hab ich halt nur den Lenker und Gasgriff gewechselt. Über den rechten Handschuh hat mir der Fred Marschall ( mein bester Betreuer) einen Lappen gewickelt- ich kann doch kein Blut sehen- und dann lief die Zeit auch ab und weiter gings. Meinem Motor hab ich mit einer extra Portion Öl im Tank das Weiterlaufen verordnet. Wenn ich schon kaputte Pfoten hab, dann kann auch er was dazu beitragen oder?

Bis ins Tagesziel waren es noch gute 120km, der Regen hörte nicht auf und mein Sachs Motörchen wurde immer lauter, an jeder ZK hab ich über das Kerzenloch nachgeölt, nur nicht zu hoch drehen und den Drecksschafen aus dem Weg gehen! Bernhard hat mich mit seiner unglaublichen Überredungskunst weiter getrieben. Es waren die längsten 100km meines Gelände-Lebens. Was soll ich sagen, wir haben strafpunktfrei das Tagesziel geschafft. Jetzt musste nur noch die Beschleunigungsprüfung kurz vor dem Parc Ferme geschafft werden. Dann die nächste Katastrophe, ich leg den 1.Gang ein gebe schön vorsichtig Gas und: peng! Motor war fest, jetzt war das untere Pleuellager endgültig hinüber. Hab‘ die Beschleunigung dann im Laufschritt mit ca. 30 statt acht Sekunden geschafft, aber ich war im Tagesziel. Aber was sind 30 Sekunden gegen eine Stunde Vorsprung?

 

Kapitel 2:

Die Wundersame Heilung eines Schaffleitner SACHS Motors

 

Unsere internationale Konkurrenz, besonders unsere italienischen Freunde, haben mein Missgeschick natürlich mitgekriegt und frohlockten schon mit dem Ausfall der Nr. 4. Aber wer mit kaputten Pfoten ein waidwundes Moped ins Ziel bettelt, der gibt nicht so schnell auf. Unsere Oberste Teamleitung hat dann im geheimen Kämmerchen beraten, wie der Teuchert zu einem neuen Motor kommen könnte.

Ich war da aussen vor, ich wäre am 4. Tag lieber nicht mehr gestartet, denn 1. war die Kurbelwelle im Eimer und 2. hatte ich kaputte Hände. Unsre OMK- Oberen hatten da tatsächlich die Idee, dass sie nachts im Parc Ferme das Licht ausmachen, damit ich den Motor wechseln könnte. Die haben wohl einen Knall, da waren 4 Deutsche Schäferhunde zur Bewachung drin, da bringen mich keine 10 Pferde rein.

Mein bekannt bester Betreuer Fred Marschall hatte dann die entscheidende Idee, wie das richtig gemacht wird. Ich musste am 4.Tag früh demonstrativ offiziell meinen waidwunden Motor reparieren, nämlich Zylinder und Kolben wechseln, um damit wenigstens ca. 6 km weiter zu kommen, weil in den englischen Wäldern da irgendwo kleine baugleiche Sachsmotoren aus dem Boden wachsen sollen.

Hermann Appelbaum von SACHS Schweinfurt hat dann gleich noch in der Nacht das passende dichte Unterholz gesucht und den passenden Motor dazu gefunden. Es war also alles angerichtet. Kurz und gut - ich hab trotz meiner defekten Pfoten in knapp 12 Minuten den Zylinder mit Kolben gewechselt und mein unteres defektes Pleuellager so gut mit Sachs Öl behandelt, dass der Motor tatsächlich wieder ansprang und ich die 6 km in die besagten dichten englischen Robin Hood- Wälder schaffte, um dort im dichtesten Gebüsch einen wunderbaren 80er Sachs Motor vorzufinden. Herrmann hatte schon alles vorbereitet, auf einer großen Plane lagen alle Werkzeuge und mein Ersatzmotor. Das Gebüsch war so dicht, dass man keine 5 Meter weit sehen konnte. In knapp 13 Minuten hab ich nun mit Hilfe von Herrmann den Motor gewechselt und keiner hats gemerkt. Die Italiener wurden von Fred Marschall zwischenzeitlich in die Irre geleitet und erst als ich fertig aus dem Gebüsch kam, haben sie mich weiter verfolgt. An der nächsten ZK hab ich gerade mal 8 Minuten Zeitstrafe geschnappt und wir waren wieder im Geschäft. Die Sportkommisare haben bei der nächsten ZK routinemäßig auch noch per Infrarotlampe meine Farbplomben kontrolliert. Hat auch alles gepasst, denn wir hatten ja vorsichtshalber im selben Farbengeschäft die Geheimfarbe eingekauft wie der Veranstalter. Was soll ich sagen, das war ein gutes Geschäft, denn laut Fred brauchten auch noch einige andere Teams ein paar teure Farbtupfer von uns. Für diese Aktion hätte ich bei der Deutschen Meisterschaft mindestens 3 Jahre Lizenzentzug und 500.-DM Sportstrafe bekommen. Aber kein Problem - war alles von oben abgesichert und heut‘ ist das eh schon verjährt.

So sind wir halt die restlichen 2 ½ Tage mit halb kaputten Pfoten, aber frischer SACHS Leistung weiter durch den englischen Schlamm gepflügt. Bernhard, mein Schatten, hat mich immer weitergeprügelt und hat eine Bestzeit nach der anderen in den SP gefahren. Doch leider war diese ganze Aktion schlußendlich für Katz, weil die Jury die komplette deutsche Vase am 6. Tag disqualifiziert hat, weil wir angeblich am 5. Tag an einem ohne fremde Hilfe nicht zu überwindenden Schlammloch vorbei gefahren sein sollen. Komisch dabei war nur, dass unser Freunde aus der DDR und einige Engländer auch da von einem - ich sag mal Funktionär oder Streckenposten - umgeleitet wurden und nicht aus der Wertung genommen wurden!

Was soll ich da sagen? Ist so wie‘s ist. Fakt ist, wär das blöde Schaf nicht gekommen, hätten wir die Vase gewonnen. Aber „hätte-wäre- Fahrradkette“… Vorbei ist vorbei und irgendwie war‘s trotzdem schön.

Ich könnte noch stundenlang von den Sixdays erzählen,  z. B. wie wir auf dem Weg ins Hotel 15 Runden im englischen Kreisverkehr links rum fahren mussten, weil der Berni und der Bubi Pohlenz mein Lenkrad vom HERCULES-Opel festgehalten haben usw....usw...

Arnulf

 

  • Ziemlich Beste Freunde

  • Freunde läßt man hoch Leben

  • Der lebt nicht mehr, wurde von einer SACHS GS 80 erlegt

Enduro Vintage Trophy 2021 Isola d`Elba 20.1021-23.10.21

 

Enduro Vintage Trophy 2021 Isola d`Elba 20.1021-23.10.21

 Mein Resümee vom 40 Jahre Sixdays Revival auf Elba:

Es war eigentlich wie immer auf Elba, eine Grandiose Landschaft mildes Klima freundliche Leute und ein Blaues Meer welches einen ständig zum baden einlädt. Aber wir sind ja zum Moped fahren hier und nicht zum planschen. Bei mir war es nun der 4. Start hier. 1981 die offizielle Sechstage Fahrt in der deutschen Trophy ( 2.Platz) 2015 beim 35 Jahre Sixdays Revival 3.Platz, 2018 3 Tage Revival und dieses Jahr 2021 die 40 Jahre Enduro Vintage Trophy in der Germany Silber Vase Nr.3 mit den Kollegen Listl Paul und de Kölner Jung Eberhardt Weber. Und glaube behaupten zu dürfen dass ich der einzige Fahrer bin welcher alle 4 Events immer mit dem selben Moped, meine Gute HERCULES GS 80 gefahren bin. Fällt mir jetzt erst auf, ist ja ein echter Knüller, das wird’s so auch nie mehr geben. Da bin ich ja richtig Stolz drauf.

Aber nun der Reihe nach. Zuerst ein paar Zahlen.

409 Anmeldungen aus 17 Nationen

9 Trophy Mannschaften zu je Fahrern

98 Vasen Mannschaften ebenfalls 3 Fahrer Plus 79 Einzel Starter ohne Mannschaft.

DMSB Ganzjahres Lizen 214,-€

FIM Vintage Lizenz 199.- €

Nenngeld 400.- €

Sonstige Kosten ca. 2000.-€

47 Deutsche Fahrer am Start 44 im Ziel.

4 Fahrer aus 1981

  1. Tag 144 km

  2. Tag 142 km

  3. Abschluss Motocross mit Anfahrt ca. 18 km

  4. Gesamt hat mein Tacho Tatsächliche 294km ausgewiesen.

Trotz, oder gerade wegen Corona wollten wir alle bei diesem Event dabei sein, weil wir ja letztes Jahr schon in Briuode Frankreich deswegen darauf verzichten mussten.

Die Italiener haben uns versprochen diese Veranstaltung findet auf jeden Fall statt.

Koste was es wolle siehe oben!

Die meisten von uns sind schon am Sonntag den 17.10.21 angereist, Treffpunkt am Campingplatz Lacona Pineta. Ich hatte hier schon vor Wochen einige Stellplätze für uns gebucht auch für unseren Reiseleiter und Organisationschef Heiner Schmidt welcher als Vorstand des VEREIN für ENDUROSPORT e.V. auch die Organisation der ISDE leitet. Bei uns hat er ganz ohne Gage die TEAM Planung, Mannschaftseinteilung ZK Besetzung, Shuttle Service organisiert und alle nötigen und unnötigen Fragen beantwortet. Vielen Dank Heiner hast du gut gemacht, Bassd Scho wie wir Franggen immer sagen.

Das die Italiener mit diesem WM Event eine Show abziehen war uns nicht ganz unbekannt aber dass Sie Ihren Heimvorteil wieder so Schamlos ausnützen würden habe ich nicht erwartet. Denn in den 3 Tagen vor dem Start habe ich keinen einzigen Italiener die 4 Sonderprüfungen ablaufen sehen? Wahrscheinlich sind Ihnen die SP schon in Ihre Gene eingepflanzt worden? Dafür haben sie uns am Dienstag schon mit der 6 Stunden langen Papier und tech. Abnahme zermürben wollen! Meine Gute war um 22.30 Uhr endlich im Parc Ferme, BvZ als letzter um 23.00Uhr. Schwamm drüber damit machen Sie unsere Gute Laune nicht kaputt. Denn nebenan spielte der Disjockey den ganzen Abend fetzige Musik und einige Fans Versorgten uns in der Warteschlange mit Pizza, Salami, Käse Schinken und nat. auch Manna. Am Mittwoch Abend der Einmarsch der Nation sicher für alle wieder ein unvergessliches Erlebnis. Leider konnten wir deshalb auch keine Mannschaftsfotos schießen. Dafür gibt’s ja FB mit vielen Tausend Bildern und Videos.

Der 1.Tag

Der Motorsportclub Isola d Elba hat uns auf der Traumhaften Urlauber Insel eine durchwachsene gut geschotterte Gelände Strecke mit vielen steilen Auf+Abfahrten Top ausgeschildert geboten. Die 3 Enduro Prüfungen Plus Cross Sonderprüfung in einem Olivenhain waren schon ein Leckerbissen. Die durften , mussten wir jeden Tag je 2 mal absolvieren also 6 Gesamt. War ganz schön heftig, ich weiß jetzt nicht lag`s daran dass ich 40 Jahre älter geworden bin oder waren die Sixdays 1981 damals doch eine Kaffee Fahrt? Jedenfalls war ich für jeden km Straße dankbar denn die Schotter Straßen und Steinklamotten Hohlwege waren ganz schön zermürbend für Mann und Material. Ich kannte aus den Vorherigen Veranstaltungen ja die meisten Strecken sodass meine Gute und Ich den ersten Tag ohne Probleme sehr genossen haben, besonders die Straßen km. Trotzdem war ich froh Gesund im Ziel angekommen zu sein denn mein italienischen Freund Alessandro Gritti ( mehrfacher Europameister und Sixdays Sieger 74 Jahre alt )hat der Kontakt mit einem Auto das Handgelenk zertrümmert, Ausfall schon in der 1.Runde. Mir wäre das auch beinahe passiert 100 Meter vor der ZK 1 war ich mit dem Ellenbogen schon auf der Motorhaube eines Range Rovers Phuhh, gerade nochmal gut gegangen. Apropo ZK unsere Ost-West Kooperation in Sachen Fahrer Betreuung hat dank der Spitzen Organisation von Heiner Schmidt 1A funktioniert. Wir wurden überall Bestens versorgt. Mein alter Vito hat in der Woche im Shuttle Service über 400km auf der Insel zurückgelegt. Und auch für die Besichtigungen der Enduro Prüfungen musste er herhalten denn da waren Start und Ziel oft mehrere Km auseinander. Wir haben dann immer die kleine YAMAHA YBR125 von meiner Enkeltochter Sina mitgenommen damit einer damit zurück fahren konnte um den Shuttle Bus holen konnte.

Der 2 . Tag :War ziemlich heftig.1.Runde ohne Probleme meine Gute läuft wieder wie ein Uhrwerk aber vor der letzten Enduro Prüfung Ende erster Runde hab ich mir bei der Steinabfahrt Plötzlich einen Platten hinten eingehandelt. Ja ich weiß mit Moos wäre das nicht passiert aber ich fahre hier Klassik mit allem was dazugehört und damals gab´s noch keinen Moos und außerdem werde ich meine Felgen nicht mit Meterlangen Montier Hebeln vergewaltigen. Hab dann vor der spezial Prüfung den Schlauch mit Bordwerkzeug gewechselt, hat alles gepasst aber leider hab ich die Pressluftflasche nicht schnell genug vom Ventil runterschrauben können weshalb die Hälfte der Luft wieder raus war. Also musste ich die Prüfung mit Risiko angehen. Nach drei Kurven kam der nächste Stein und wieder platt. Also bin ich die kpl. Prüfung platt gefahren. Ich weiß nicht mehr wie ich die Auffahrten rauf und runter gekommen bin, das war´s dachte ich, Ausfall wegen einem Platten? Nieee mals nicht mit mir!! Bis zur nächsten ZK waren es noch gute 5km aber leider hat keiner mehr einen Schlauch oder Luftpumpe dabei!. Ich hatte gerade noch 4 Minuten Zeit. Also was mach ich ? zur Zielkontrolle wären es noch 5km gewesen aber da war ja auch keiner da. Also bin ich gleich die 9km auf der Straße quer zum Campingplatz gefahren da stand mein Vito mit Schlauch und Luft. Dabei habe ich gelernt mit ca.60 km/h hat der Reifen gerade so  den richtigen Grib auf der Felge!! Hier also nochmal den Schlauch gewechselt Mann war der Hinterreifen heiß gelaufen, konnte Ihn nur noch mit Handschuhen von der Felge runter bekommen, von Anita noch einen Kraftshake+ Tasse Kaffee eingeschenkt und dann ab volles Rohr Hongkong wieder die 6 km zurück, dahin wo ich die Strecke verlassen hatte, ( also alles ganz Legal) nun musste ich nur noch die ca. 15 min. Zeitverlust irgendwie wieder rein fahren meine Hercules hat alles gegeben und ich hab mich nach jedem km bei ihr entschuldigt für die Quälerei. Was soll ich sagen wir hatten beim Roland ZK 3 sogar noch 4 min. Zeit zum tanken und Essen fassen. Da hatte ich dann auch bemerkt dass wir in der ZK2 ja das tanken vergessen hatten. Da war vielleicht gerade noch für 2 km Sprit drin. Meine Gute ist also nicht nur schnell sondern auch äußerst Sparsam. Der Rest von der Runde war eine halbe Arschbacke. Nun sind wir im Ziel ohne einen Strafpunkt und Morgen kann die Gute beim Abschluss Cross den Italienern zeigen wo der Partel den Most holt.

Der Dritte Tag: Nur noch ein Abschluss Motocross 4 Runden a, ca. 2km Gesamt mit Anfahrt also noch 18km. Also nix besonderes mehr nur noch Show Time für Seele und die vielleicht 2500 Zuschauer. Aber beim zuschauen konnte man schon sehen, hier will jeder nochmal die Sau rauslassen. Unglaublich wie hoch das Niveu noch bei den durchwegs älteren Damen und Herrn ist.

Ich hab mein letztes Abschluss Rennen sehr genossen, dabei hab ich beobachtet  dass sich der BvZ die Startmaschine ganz genau angesehen hatte. Warum wohl ? Ich hab das dann auch gemacht denn ich war erst in der 10 Startgruppe dran. Dabei hab ich entdeckt dass man nicht auf das Fallen des Bügel schauen musste sondern auf die Drehwelle unten! Wenn sich die anfängt zu bewegen kannste die Kupplung raus lassen und ab geht die Post. Hat bei mir einwandfrei funktioniert und ich war Ende der Geraden dritter beim einbiegen in die erste Kurve, hab mich dann 3 lange Runden gegen die jüngeren Heißsporne gewehrt der 6.Platz sind für eine 40 jährige Lady und einem 73 Jahre alten Opa doch gar nicht so schlecht oder?

Ach ja Ergebnisse gabs natürlich auch.

Der Trophy Sieg ging an Frankreich unsere Jungen Alten Steinel Johannes, Weber Uwe, Bert v. Zitzewitz wurden sehr gute 2. vor Spanien.

Die Italienische Trophy ist leider schon am ersten Tag geplatzt!

Die Vasen Mannschaften gingen bis Platz 10 alle an Italien.

Beste Deutsche Vase

Germany 5 Platz 11

Germany 2 Platz 17

Germany 7 Platz 24

Germany 3 Platz 28 mit Paul Listl SUZUKI RM 250, Eberhardt Weber HERCULES GS 125 und meine Wenigkeit Arnulf auf HERCULES GS 80 the Best vom Rest.

5.Platz in der Klasse bis 100ccm und 215. Gesamt von 409

409 Piloten am Start  davon 355 im Ziel

47 Deutsche am Start davon 44 im Ziel

Stefan Hau wurde als Klassik Neuling auch Punktbester Deutscher auf Platz 12 Gesamt

Alle Ergebnisse können hier abgerufen werden. http://isde2021vintage.ficr.it/#/END/plus/pdf/FIM%20ENDURO%20VINTAGE%20TROPHY/RQDZZ/3

 Mein Schnecke und ich sind auch wieder gut Zuhause angekommen und glücklich dass wir dies nochmal erleben durften.

Ein großes Dankeschön nochmal an alle bekannten und unbekannten Helfer, Betreuer, Benzin auffüller und besonders unsere Mädels welche meist recht wenig von der Strecke mitbekommen und natürlich auch an unseren Freiberuflichen TEAM Chef Heiner Schmidt. ein dickes Dankeschön

Arnulf

Werxsvertrach Brinkmann2

Uns wurde ein Top Secret Geheimpapier von Wikileag zu gespielt

Daytona Stiefel the Best

Daytona Stiefel, nie gab es etwas Besseres. Nur mit Ihnen konnte man ein ZÜNDAPP oder SACHS Getriebe exakter schalten. Leider werden sie nicht mehr gebaut. Ich hab aber noch meine Originale Meisterschafts SIXDAYS Stiefel von 1979/80. Sind mir zwar nun etwas zu klein geworden, alles was oben kürzer ist, ist scheinbar jetzt unten in die Breite gegangen.